Lifelines

Galerie

Kunst sollte nicht Distanz schaffen, sondern vermitteln, Verständnis fördern und zu Inspirationen anregen. Abgehobene Diskussionen über Gattungsbegriffe der Kunst, von Kunstkennern für Kunstkenner, schrecken das Publikum ab, statt es anzulocken und zu animieren, sich mit moderner Kunst auseinanderzusetzen. Moderne Kunst kann und vermag so viel. Kunst berührt da die Menschen, wo sie sich angesprochen und angenommen fühlen, aber dafür müssen die Werke "sprechen" und lebendig sein. Ich versuche Kunst aus dem Herzen und aus dem Bauch heraus zu machen und auf das, was der Kopf sagt nur zu hören, wenn es einer guter Rat oder eine gute Idee ist. Meine Kunst speist sich aus meinen ganz individuellen Erfahrungen und Erlebnissen, die ich versuche in Bildwelten umzusetzen.

 

Vor einigen Jahren habe ich bei meiner Tante gewohnt, die sich zur damaligen Zeit intensiv mit der Geschichte unserer Familie beschäftigt hat. Basis ihrer Forschungen war ein altes Familienstammbuch. Meine Tante erzählte mir oft von ihren Entdeckungen und auch ich entdeckte dadurch meine Wurzeln neu. Es fiel mir jedoch schwer, den Überblick zu bewahren. Weil ich schon immer ein visueller Mensch war, begann ich einen klassischen Stammbaum anzulegen, in dem ich fein säuberlich alle Linien und Verwandtschaftsbeziehungen eintrug. So fiel es mir deutlich leichter zu verstehen, von wem meine Tante erzählte und wie ich zu diesen Vorfahren in Beziehung stand.

 

Die Lebenslinien (engl. Lifelines) entstanden Jahre später und gingen aus dem freien Experimentieren mit Acrylfarben hervor (siehe "Haptische Bilder"). Ich entwickelte eine Technik bei der die Farbe beim Auftragen feine Verästelungen annahm und damit "begreifbar", im wahrsten Sinne des Wortes, wurde. Ich verfeinerte diese Technik immer mehr, begann Farbübergänge zu konstruieren und spielte schließlich mit verschiedenen Formen und Ausrichtungen. Das Ergebnis erinnerte mich immer mehr an den Stammbaum, den ich Jahre zuvor bei meiner Tante angelegt hatte. Während meiner Auseinansetzung mit Kunst waren es zudem Arbeiten von V. Vasarely, G. Richter, M. Zeller, G. Gerster und K. Grosse, die mich zu diesen Arbeiten inspirierten.